Wie Parkett den Klang im Raum verändert

Die akustische Seite von Parkett.

Eine Person mit nackten Füssen geht über einen Holzfussboden in einem modernen Wohnzimmer mit grauem Sofa und Kissen.

Inhalt

Was Parkett mit der Raumakustik zu tun hat?

Wenn Sie sich Parkett vorstellen, denken Sie vermutlich an Holz, warme Farben in Holztönen, Eleganz und hochwertiger Wohnqualität. Woran Sie vermutlich nicht denken, ist an die Akustik: Parkett beeinflusst nicht nur, wie ein Raum aussieht und sich anfühlt. Ein Parkettboden hat auch Einfluss darauf, wie Ihr Raum tönt.

 

Wenn Sie schon einmal in einem Wohnzimmer mit frisch renoviertem Parkettboden gestanden sind, wissen Sie, wie sehr Schritte und Gespräche den Raum zum «hallen» bringen. Genau um das geht es in diesem Artikel: Die Raumakustik ist eine oft unterschätzte Seite von Parkett.

Warum Akustik beim Boden so wichtig ist

Der Boden gehört nebst Wänden und der Decke zu den grössten Flächen in einem Raum. Er ist damit entscheidend dafür, wie Schall reflektiert oder gestoppt (gedämmt) wird.

 

Während der Fall bei Teppichböden (schlucken den Schall) und Fliesen (werfen ihn zurück) klar ist, kommt es bei Parkett auf mehrere Faktoren an:

 

Die Art des Holzes, die Verlegeweise und selbst die Oberflächenbehandlung machen aus demselben Parkett zwei völlig unterschiedliche Klangwelten.

Welche Faktoren die Akustik von Parkett prägen

Dass ein Parkettboden schön aussieht, versteht sich von selbst. Spannend ist aber auch, wie unterschiedlich er sich akustisch verhalten kann.

 

  • Holzart: Harte Hölzer (z.B. Eiche oder Buche) reflektieren den Schall stark, weichere Hölzer (z.B. Fichte oder Kiefer) fördern eine ruhigere Klangumgebung. Auch die Struktur – eng gewachsen oder weitporig – hat einen Einfluss.
  • Verlegeart: Schwimmend verlegter Parkett liegt lose auf der Unterlage und wirkt federnd. Das verstärkt den Trittschall und lässt Räume heller klingen. Wird Parkett vollflächig verklebt, überträgt er deutlich weniger Schwingungen und wirkt insgesamt ruhiger.
  • Unterlage: Die Unterlage (unter dem Parkett) wird ebenfalls oft unterschätzt. Sie ist aber enorm wichtig: Kork, Schaumstoff oder spezielle Akustik-Matten reduzieren Trittschall um bis zu 20 Dezibel. Das mag nach wenig klingen, es ist aber ein Unterschied, den man im Alltag deutlich merkt und hört.
  • Oberflächenbehandlung: Versiegelte Oberflächen (z.B. ein lackierter Boden) reflektieren Schall stärker als geölte oder gewachste Böden. Diese wirken nicht nur optisch matter, sondern nehmen dem Raum auch etwas Härte bezüglich der Akustik.
Moderne Küche mit Kochinsel, Obstschale und Blick auf den Wohnbereich mit Pflanzen und Treppe in einem hellen, offenen Raum.

Beispiele aus der Praxis

Um die Wirkung besser zu verstehen, lohnt ein Blick in klassische Wohnsituationen.

In einer offenen Wohnküche mit schwimmend verlegtem Eichenparkett, glatten Wänden und ohne Vorhänge entsteht schnell ein halliger Klang. Gespräche klingen kühl und Schritte hallen lange nach.

Ganz anders wirkt die gleiche Wohnküche beispielsweise mit verklebtem Parkett, kombiniert mit einer Akustikunterlage, Vorhängen und Regalen: Hier bleibt der Raum angenehm ruhig. Und das, obwohl sich optisch am Aussehen des Bodens nichts ändert.

Tipps für Eigenheimbesitzer

Wenn Sie Parkett planen oder neu verlegen, lohnt es sich, die Akustik gleich mitzudenken:

  • Lassen Sie sich gut beraten, was die Unterlage (unter dem Parkett) anbelangt: Sie wirkt oft stärker als die sichtbare Holzart.
  • Achten Sie auf die Gesamtkombination: Unterlage plus Holz. Je nach Wahl braucht es weitere „Klangschlucker“ wie Vorhänge, Teppiche oder Wandverkleidungen.
  • Bei offenen Grundrissen oder Räumen mit hoher Decke lohnt sich eine Begehung mit einem guten Bodenleger, der Sie entsprechend beraten kann.

Typische Missverständnisse

Gerade weil man Akustik nicht sieht, gibt es viele falsche Vorstellungen. Oft heisst es etwa: „Parkett ist immer laut.“ Das stimmt so aber nicht. Entscheidend sind Aufbau und Unterlage. Ein weiterer Irrtum: „Nur Teppich verbessert die Akustik.“ Auch Parkett kann mit den richtigen Massnahmen für eine angenehme Klangkulisse sorgen. Und schliesslich gilt: Nicht allein der Boden bestimmt, wie ein Raum klingt. Möbel, Vorhänge, Bilder oder sogar Pflanzen sind mitentscheidend.

Wie klingt Parkett bei Ihnen?

Sie möchten wissen, wie Parkett in Ihrer Wohnung klingt? Wir beraten Sie gerne zu Aufbau und Unterlage.

Bodenleger mit Beratungskompetezn in Zürich

Tobias Lötscher

Projektleiter

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